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Rheinische Post | 17. Dezember 2016 | Uwe Plien

Trauer um einen verdienten Rheinberger

Rheinberg. Herbert Mertens wurde 66 Jahre alt. Er war Lehrer, Fotograf und leitete fast 30 Jahre lang das Salon & Swing Orchester.

herbertHerbert Mertens war ein vielseitig begabter Mann. Schule, Musik, Fotografie - viele Rheinberger kannten den gebürtigen Klever. Durch seinen Beruf als Lehrer am Amplonius-Gymnasium kam er nach Rheinberg. 37 Jahre ist das her. Vor fünf Jahren ging der Mann mit der ruhigen Stimme, der sich stets mit Bedacht artikulierte, in den Ruhestand. Kunst, Geschichte und Sozialwissenschaften waren seine Fächer. Zuletzt wirkte er als Unterstufen-Koordinator.
Erst in diesem Jahr trennte sich Herbert Mertens von einem "Kind", das ihm mehr ans Herz gewachsen war als vieles andere: Nach fast 30 Jahren gab er die Leitung des von ihm gegründeten Salon & Swing Orchesters Rheinberg an Udo Jansen ab - der Schritt erfolgte aus gesundheitlichen Gründen.

Das Orchester hat Mertens zu einer Rheinberger Institution gemacht. Es war zunächst ein Schulorchester, wuchs aber bald über die amplonianischen Grenzen hinaus. Klassiker wie die "Petersburger Schlittenfahrt" oder Ungarische Tänze standen am Anfang auf den Programmzetteln. Später kam Tango, beispielsweise von Astor Piazzolla, dazu. Noch später waren es dann Swing und Musical-Melodien. Was die Konzerte angeht, so gab es viele Höhepunkte. Allein 25 Mal gestalteten Herbert Mertens und seine Leute die "Musik im Glashaus" im Eingangsbereich des Stadthauses. Es gab Kurkonzerte in Ungarn und Bad Neuenahr, das Orchester spielte in den Partnerstädten Montreuil-sur-mer in Frankreich und Hohenstein-Ernstthal in Sachsen und dann natürlich bei Stadt- und Bürgerfesten, Ehrungen und Empfängen. "Die 30 Jahre haben mich erfüllt", sagte er noch im September dieses Jahres im Gespräch mit der RP. "Und ich bin sehr froh, dass es weitergeht."
Herbert Mertens Herz schlug auch für andere musikalische Projekte. Lange gehörte er dem Vorstand der Musikalischen Gesellschaft Rheinberg an. Neben der Klassik machte ihm auch Jazz Freude. So war er regelmäßiger Gast der MI-Jazz-Konzerte. Mit Interesse verfolgte er auch die musikalischen Aktivitäten verschiedenster Wegbegleiter - ganz egal, ob sie mit Rock oder Irish Folk zu tun hatten.

Hören war bei Herbert Mertens das eine - sehen das andere. Er war ein hervorragender Fotograf. Besuchte er Konzerte, hielt er die Musiker meist auch mit seiner Kamera fest. Zahlreiche Ausstellungen hat er mit seinen Bildern bestritten. Da zeigte er oft und gern die fotografischen Ergebnisse seiner Reisen, nicht selten aber auch fesselnde Aufnahmen von Rheinberg. Die Stadt, so sagte er oft, war zu seiner Heimat geworden. Er hatte Talent dafür, sie so abzubilden, wie viele sie gar nicht kannten.
Überhaupt mochte Mertens es, Dinge mal von einer andere Warte zu betrachten. Ein gutes Beispiel dafür ist eine von ihm produzierte CD mit Rheinberger Geräuschen. Warum nicht mal Klänge aufnehmen, die manch einer sein ganzes Leben lang immer wieder hört?
Herbert Mertens, dessen Fotos oft auch im "Boten für Stadt und Land" abgedruckt waren, lebte mit seiner Frau Johanna in Alpsray. Mit ihr hat er einen Sohn und eine Tochter, die längst erwachsen sind und eigene Kinder haben. Nun ist Herbert Mertens nach schwerer Krankheit im Alter von 66 Jahren gestorben.